VEB Carl Zeiss Jena-Eisfeld-


Nur 12 Jahre lang fertigte der Optik-Hersteller Carl Zeiss Jena Kameras, in Eisfeld auf einer demontierten Fertigungsanlage der Fa.Bruhn aus Berlin. Die Bruhn-Werke waren im 2.Weltkrieg ein Rüstungsunternehmen, welche Instrumente zur Geschwindigkeitsmessung  für die deutsche Luftwaffe herstellten. Die Instrumente waren z.B. in der Ju 52, Ju W 32, He 111 verbaut. Das Unternehmen stammt  aus Berlin- Schöneberg, hatte aber Zweigstellen in Hamburg, Schalkau, Eisfeld.  Das Werk in Schalkau wurde nach 1945 komplett demontiert und später gesprengt aber ab 1952 zur Kameraproduktion umgebaut und ab 1954 voll Einsatz bereit. 

Diese Kameraserie kam 1954 auf den Markt und unterschied sich sehr vom anderen Kamera-Herstellern. 

Für das schlichte Design erhielt Carl Zeiss sogar eine Auszeichnung. 

Den  Namen "Werra" erhielt  sie weil die Kamera im Zeiss-Werk Eisfeld an der Werra hergestellt wurde. 

In einem Kraftakt, der durch den Aufstand vom 17.Juni 1953  hervorgerufen wurde, konnte die Kamera in 7 Monaten  konstruiert, erprobt und die Produktionsanlage  vorbereitet, sodass im September 1954 mit der Herstellung der Werra begonnen wurde. 

Ihre außergewöhnliche Form mit nahezu glatten Oberflächen wurde entworfen, weil für die Werra vorerst keine Bereitschaftstasche angeboten wurde . Das schlichte Design und die grüne Belederung verleihen der Werra bis heute einen Kultstatus. 

Die grüne Gehäusefarbe wurde fälschlicherweise für eine Militärausführung gehalten ist aber Standard, schwarze Gehäusefarbe ist eine seltene Aufführung dadurch eher kaum anzutreffen und bei Sammler gegehrt. 

Auf den ersten Blick, aber nur auf dem ersten Blick sieht die Werra schlicht, schmucklos und wenig beeindruckend aus. Die Deckelkappe ist glatt, man vermisst den Spannhebel für den Filmtransport und den Verschlussaufzug.

Die Werra wurde von 1954 bis Mitte 1967 produziert. Rund 500.000 Kameras in 22 verschiedenen Modellen kamen auf den Markt. Selbst im westdeutschen FotoMagazin warb die DDR-Fotoindustrie mit dieser ungewöhnlichen Kamera und spiegelte  "Das neue Kameragesicht" jener Zeit wieder.  Die  Kamera war, was Design und Funktionalität anbelangte, zu ihrer Zeit ein Vorreiter. Sie verfügte über ein hochwertiges Objektiv – das Zeiss Tessar, einen Zentralverschluss. Alle Funktionen waren direkt am Objektiv untergebracht, das Spannen des Verschlusses und auch der Filmtransport. Doch Mitte 1967 waren die Messsucherkameras nicht mehr Markttauglich und die Verkaufszahlen waren stark zurück gegangen. Die Produktion wurde wegen der gesunkenen Verkaufszahlen und der dadurch resultierenden Unrentabilität eingestellt.