Heilstätte Grabowsee


Die alte Lungenheilstätte am Grabowsee war die erste Anlage dieser Art im Deutschen Kaiserreich und wurde 1896 von deutschen Roten Kreuz erreichtet. 
Die ehemalige Lungenheilstätte liegt 30 km nördlich von Berlin, in der Nähe von Oranienburg. 

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl von Lungenerkrankungen im Deutschen Kaiserreich sehr stark an. Fast jeder 3. Mann zwischen 15 und 60 Jahren litt an einer Lungenerkrankung.
Die Heilstädte am Grabowsee war als Versuchsanstalt vom Volksheilstättenverein des Roten Kreuz errichtet worden. In der damaligen Zeit war unter den Medizinern die verbreitete Meinung, dass Lungenerkrankungen nur im milden Klima des Mittelmeeres oder in der reinen Luft des Hochgebirges behandelt werden können. 
So entstand 1896 in Norddeutschland die erste Lungenheilstätte. Bereits um 1900 gab es mehr als 200 Betten; jedoch ausschließlich für Männer. 
In den beiden Weltkriegen wurde die Anstalt für verletzte Soldaten, vorwiegend bei Lungenerkrankungen genutzt. Im ersten Weltkrieg brachte man auch Kriegsgefangene dort unter. In den zwanziger Jahren musste die Lungenheilstätte durch die Inflation an die Landesversicherungsanstalt verkauft werden.  Ab 1926 nahm sie die ersten Erweiterungen vor. Bereits 1930 standen rund 420 Betten zu Verfügung. 

Nach 1945 wurde das Gelände von der Roten Armee genutzt und leider bis zum Abzug 1994 stark heruntergewirtschaftet. Das Gelände verfiel durch fehlende Finanzmittel und durch das Nichtvorhandensein eines richtigen Konzeptes zusehends. Seit 2005 sind einige Vereine auf dem Gelände und versuchen die Gebäude vor dem völligem Verfall zu retten. 

 

 

Das sind die Ruinen der 2007 abgebrannte kleine Kirche am Seeufer der Grabowsee Heilanstalt.