Ihagee Kamerawerk Dresden

1912 wurde das Ihagee Kamerawerk Dresden als Bestandteil einer
Handelsgesellschaft vom Johann Steenbergen, einem Niederländischen Kaufmann gegründet. Bahnbrechend war die Leistung der Kamerawerke Ihagee bei der Entwicklung der weltweit ersten einäugigen Spiegelreflexkamera für das 35 mm Kleinbildformat, der Exakta Kine. Alle heutigen Spiegelreflexkameras basieren auf dieser Modellreihe. Die Erfolge der Exakta- Baureihe nahm Hollywood zum Anlass sie in einen Film von Alfred Hitchcock "Das Fenster zum Hof" zu verwenden. In diesem Filmklassiker beobachtet  James Stewart  seine Nachbarn durch diese Kamera. 

Nach dem Krieg wurde am neuen Standort, im ehemaligen Delta-Werk der Zeiss Ikon AG an der Blasewitzer Straße die Produktion der Exakta Kine unter sehr schwierigen Bediengungen wieder aufgenommen. Die Kameras wurden fast ausschließlich als Reparationsleistung an die Sowjetunion geliefert. Der Betrieb konnte  aber 1946 als niederländisches Eigentum nicht enteignet werden. Aber ab 1951 erfolgte die Verwaltung durch die Vereinigung Volkseigener Betriebe - Bereich Optik. 
Ab 1951 existierten in Deutschland zwei Unternehmen, die den Namen - Ihagee - führten. In der DDR seit 1951 die "Ihagee AG"und ab 1960 im damaligen Berlin-West  die "Ihagee Kamerawerk AG". Woraus sich natürlich viele Rechtsstreitigkeiten entwickelten. 

Die Ihagee AG in der DDR wurde dann als VEB Ihagee Kamerawerk geführt  und schrittweise ab 1968 in das neue VEB Pentacon Dresden eingegliedert. Zuerst wurde 1964 nur die Entwicklungsabteilung unterstellt. 1968 folgte dann der rechtliche Zusammenschluss . Seit dem Jahre 1971 gab es dann die Ihagee Kamerawerke nicht mehr. 


VEB Pentacon Dresden

Der VEB Pentacon Dresden ist der staatliche Zusammenschluss der Kameraindustrie in der DDR. Ab 1959 wurden  die meisten Firmen unter dem Namen VEB Kamera- und Kinowerk Dresden zusammengeführt, welche aber nach kurzer Zeit umgangssprachlich "Pentacon" genannt wurden. Im Jahre 1964 folgte die Umbenennung zu  VEB PENTACON DRESDEN. Hierzu zählten nicht nur die Kamerahersteller wie Ihagee, Welta- Kamera-Werke Freital, Zeiss-Ikon, Freitaler Kameraindustrie Beier & Co sondern auch Objektiv Hersteller wie Meyer Görlitz. Ab dem 2. Januar 1970 wurde auch die Traditionsmarke Ihagee in das Kombinat VEB Pentacon Dresden eingegliedert, die Beschriftung der Meyer-Optik-Objektive wurde bis 1971 unter diesem Namen geführt und danach  auf „Pentacon“ umgestellt. Als Unternehmenszeichen führte das VEB Pentacon Dresden die stilisierte Silhouette des Ernemann-Turms. Seit 1974 waren rund 9.000 Angestellte tätig, Tendenz weiter steigend. Das Zusammenspiel einer guten Markt-Strategie und ausgezeichneter Technik bei ausgewogenem Preis bescherte der Kamera-Marke „PRAKTICA"auch in der damaligen BRD einen sehr großen Erfolg. Das Kombinat VEB Pentacon Dresden wurde 1985 in das Kombinat Carl-Zeiss-Jena eingegliedert. Diese Eingliederung bestand bis zum 30. Juni 1990. Am 1. Juli 1990 wurde die Pentacon GmbH gegründet. Wegen starker finanzieller und wirtschaftlicher Schwierigkeiten gab die Treuhand bereits am 2. Oktober 1990 die Abwicklung der Pentacon GmbH bekannt. Während der Insolvenz wurden die Geschäfte dennoch weiterbetrieben. Kurz nach der Insolvenz meldete ein langjähriger Geschäftspartners des Unternehmens sein Interesse an einer Übernahme von Pentacon an - Heinrich Manderman, der bereits seit mehr als 40 Jahren Geschäftsbeziehungen hatte. Das Unternehmen Pentacon ist heute erfolgreich auf fünf Geschäftsfeldern tätig, unter anderem in der Fototechnik mit einem ungebrochem und erfolgreichem Verkauf von der PRAKTICA und EXAKTA Kamera.