Agfa Camerawerk München


Agfa war von 1896 bis weit in die 70er Jahre des Zwanzigsten Jahrhundert eines der führenden Unternehmen der Fotoindustrie. Die Marke Agfa wurde 1897 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eingetragen.

Die Ursprünge der Kamerawerke lagen aber in der 1896 gegründeten Optische Anstalt von Alexander Heinrich Rietzschel.

Alexander Rietzschel wurde 1860 in Dresden geboren und absolvierte eine Lehre als Feinmechaniker und Optiker bei Carl Zeiss Jena. Nach dem Abschluss der Lehre 1886 ging er nach München. Dort arbeitete er zunächst beim Objektivhersteller Steinhell&Söhne, anschließend bei Rodenstock. 1896 gründete er seinen eigenen optischen Betrieb in der Gabelsbergerstraße 36/37. Der Erfolg seines Unternehmens war vor allem dem Objektiv "Linear 4,5 " zu verdanken.

1898 erhielt er auf das Objektiv sein erstes Patent. Ab 1900 produzierte er seine erste Kamera - die Clack. Durch den Erfolg der Kameraproduktion stieg die Mitarbeiterzahl innerhalb eines Jahres auf 100 an. Ein Patent auf ein Ganzmetall-Kameragehäuse aus dem Jahr 1905 brachte den großen Durchbruch als einer der führenden Kamerahersteller. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Kameras immer noch ohne Namenszug. Lediglich die  Beschriftung am Objektiv ließ den Hersteller erkennen.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges arbeiteten rund 200 Mitarbeiter für Rietzschel, die aber nicht gehalten wurden, da keine Rüstungsgüter gefertigt wurden. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1919 ging es schon wieder mit 100 Beschäftigten weiter. Nicht mehr allein sondern mit einem Partner, der Bayer AG.

Bruno Uhl, ein 26-jähriger Kaufmann, der zuvor in der fotografischen Abteilung bei Bayer in Leverkusen tätig war, gelang es, die Jahresproduktion von 3.700 auf 6.500 Kameras zu steigern.

Nachdem 1924 die Bayer AG ihren Anteil am Kamerawerk auf 100% gesteigert hatte, wurde Bruno Uhl zum Direktor ernannt. Nun wurden von 250 Mitarbeiter bereits 10.700 Kameras jährlich gefertigt.

Mit der Gründung der I.G. Farben AG am 10. Dezember 1925 kamen alle fotografischen Produktionen zu Agfa, somit auch die Optische Anstalt, die man in "Agfa Kamerawerk München " umbenannte, die Kameras trugen den Agfa-Namen, nur die Objektive wurden noch eine Weile mit  "Rietzschel" bezeichnet.

Bruno Uhl ging als Leiter der Abteilung „Photoverkauf Deutschland“ nach Berlin, wo er für aufsehenerregende Werbekampagnen sorgte. 

 

Der ersten vorgestellten Agfa-Box ging ein groß angelegter Test auf dem englischen Markt voraus. Dort verteilte die Zeitung "Daily Herald" eine große Menge von Agfa Box, danach folgten dieser Aktion weitere Tageszeitungen und auch Zigarettenfabrikanten.

Die Fotohändler waren über die Aktion zunächst verärgert, erfreuten sich aber kurz darauf über einen gigantischen Filmverkauf. Die passenden 120 Rollfilme waren äußerst schnell vergriffen.

 

Alexander Heinrich Rietzschel begab sich 1926, inzwischen 66-jährig, in den Ruhestand. 

1939 verstarb er im Alter von 79 Jahren wohl in München. 

 

Nach den Zweiten Weltkrieg (1945) lagen die Agfa-Fabriken in den verschiedenen Besatzungszonen, was einen erneuten Zusammenschluss sehr schwierig; praktisch aussichtslos gestaltete. Alle Fabriken konnten 1945 ihre Produktion wieder aufnehmen.

Die Fabriken in der sowjetischen Besatzungszone, vor allem im Dresdner Raum wurden im Laufe der Zeit volkseigen und endete im "VEB Pentacon Dresden". In der ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch in der sowjetischen Besatzungszone der Name "Agfa" verwendet.

Bis 1982 wurde in den Kamerawerken München produziert. Wobei auch das Schlagheck Schultes Design eine große Rolle für den Erfolg der Marke Agfa spielte. Bis dahin waren in München rund 3800 Menschen beschäftigt.

Durch umfangreiche Fehlentscheidungen, falsche Marktanalysen und die starke Konkurrenz aus Fernost führte das leider zum Untergang einer Traditionsmarke.

Heute wird nur noch der Name „Agfa" gehandelt.

 

Vorallem wegen der hervorragenden Technik, dem Design sind die Kameras bei Sammler sehr beliebt. Durch eine große Stückzahl kann man heute noch sehr gut erhaltene Kameras zu moderaten Preisen erhalten.

 

 

 

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